Zwischen Bodenständigkeit und modernem Banking

Volksbank Borgloh feiert ihr 140-jähriges Bestehen und rückt Mitarbeiter und Mitglieder in den Mittelpunkt

Hilter. Der Imagefilm zeigte Luftbilder von der Region und ihren Filialen. Die Vorstände Thomas Ruff und Klaus Windoffer präsentierten die Volksbank Borgloh aber auch zum 140-jährigen Bestehen bodenständig und nah an den Menschen.
40 Mitarbeiter und rund 330 Gäste feierten das Jubiläum am Samstagabend in der Turnhalle Borgloh.

Den Soundtrack zum Abend lieferte das Blasorchester Borgloh. Die Hausherren kümmerten sich auch um die ganz große Bühne, um die vom TuS-Vorsitzenden und NOZ-Redakteur Wilfried Hinrichs moderierte „Volksbank-Show“ in Szene zu setzen. Die Gäste erlebten eine Mischung aus Unterhaltung und persönlichen Einblicken in den regionalen Wirtschafts- und Gemeindemotor. Statt Zahlen standen Geschichten und Mitarbeiter im Mittelpunkt, auf die die Volksbank stolz sein könne, so Ruff. Das halbe Leben der Volksbank repräsentiere Caspar Rottmann, der 1945 seine Ausbildung in Borgloh begann, so Klaus Windoffer: „140 Jahre – damit sind wir die älteste noch selbstständige Genossenschaftsbank in Weser-Ems“ – getragen von ihren 24 000 Kunden, rund 12 500 Mitgliedern und 100 Mitarbeitern. Die Entscheidung, ob Sparkasse oder Genossenschaftsbank, fiel in den 1930er-Jahren. Humorvoll rückte Hinrichs ein Gespräch zwischen regionalen Bankchefs ins Rampenlicht. „Wir sind so reich, wir können die Welt kaufen“, habe Sparkassen-Chef Johannes Hartig gesagt.

„Wir verkaufen aber nicht“, entgegnet Ruff. Dieser erklärte zum Jubiläum, die Finanzkrise und Fehler anderer hätten mit zur wirtschaftlich guten Entwicklung der Volksbank eG Bad Laer-Borg loh-Hilter-Melle beigetragen. Sie war ohne staatliche Finanzmarkthilfen ausgekommen.

Im Dschungel müsse man nicht schneller als der Tiger laufen, so eine Weisheit des Abends, nur schneller als die anderen. Ein Ziel sei, noch mehr Firmenkunden zu gewinnen.

Zu Wort kamen daher auch Wirtschaftspersönlichkeiten und Partner der Bank. Herbert Holtgreife, der die Solarlux-Geschäfte abtritt, offenbarte, jetzt jeden Montag freizumachen: „Den habe ich noch nie gemocht.“ Johannes Bünger, Handwerksunternehmer mit acht Mitarbeitern, berichtete, wie er sich trotz Banklehre eher als Handwerker sieht: Jeder nach seinen Talenten und alle gemeinsam, so die Botschaft. Bank-Partner ist auch die Gemeinde Hilter, die sich auf zwei Millionen Euro Fördergelder freut. Bürgermeister Marc Schewski will seine Gemeinde voranbringen. An mehr Einkaufsmöglichkeiten in Hilter sei er dran, die aber bräuchten Zeit.

Höhepunkt der Veranstaltung: ein von Mitarbeitern gespieltes, von Original Heinz Meyer zu Bergsten moderiertes und Ansgar Pope und Thomas Hagemeyer geschriebenes Theaterstück, das Stationen „Von der Sparkasse zur Volksbank Borgloh“ zeichnete. Sie zeigten, wie ein Pfarrer 1874 das Geld der Leute lieber auf einem Konto als in der Schank-Wirtschaft angelegt sah, Scheine getrocknet wurden, um schimmelfrei ausgezahlt werden zu können, oder der erste professionelle Geldschrank auf einem Acker abgeladen wurde. Die Darsteller konterkarieren dies mit Zukunftsvisionen von Computer- und „Ohn-Liene“-Banking.

Neues stellte Bankaufmann Mehmet Akdag vor: ein Crowdfunding-Portal im Netz, das neben dem gesponserten Krippenwagen für die Kita Borgloh und einem klassischen Scheck-Segen für den TuS Borgloh das Blasorchester, die SG Hankenberge-Wellendorf, den Heimatverein und den Reitverein nach dem Vorbild des VfL Osnabrück als ein Spendenziel festlegt. Wird es nicht erreicht, fließt das Geld zurück.

Es war ein Dankeschön-Abend, der nur Spaß machen, wenn er so gut gemacht und organisiert ist.

Ein Artikel aus der NOZ vom 23.11.2014

Die Mitglieder des Vorstandes Thomas Ruff (2. v. l.) und Klaus Windoffer (3. v. l.) im Gespräch mit Aufsichtsrat Klaus Middendorf (r.) und Moderator Wilfried Hinrich (l.). Foto: Frank Muscheid